Viel erlebt, die letzten Wochen

Tja… mal wieder viel zu viel Zeit gelassen. Ich sollte mir die nächsten Wochen angewöhnen, mehr zu schreiben, meine Therapeutin ist im Urlaub.
Nicht nur deshalb habe ich einiges zu erzählen…

Zunächst einmal: Ich habe keine Wohnung. Ich hätte eigentlich eine gehabt, aber das Zimmer in der WG wurde einfach so vergeben. Ich bin also wieder auf Wohnungssuche… dabei habe ich mich so sehr gefreut, im September ausziehen zu können. Hoffentlich finde ich schnell eine gute Wohnung (ich suche nicht mehr nur nach WGs), damit ich so bald wie möglich lerne, auf eigenen Beinen zu stehen.

Mein Vater gibt sich ein wenig Mühe, meinen Namen zu nennen. In Sprachnachrichten und normalen Nachrichten auf WhatsApp nennt er mich so, wie ich mich wohler fühle. Ein kleiner Schritt, aber es wird immer noch sehr viel Arbeit brauchen, bis er meinen Deadname nicht mehr nennt.

Wenn ich schon beim Thema Name bin: Mir spukt immer wieder einer im Kopf herum, den ich sehr mag, aber noch nicht zum ausprobieren bereit bin. Dabei sollte ich mir weniger Gedanken machen, die Freunde, die ich habe, verstehen es und können auch damit umgehen, wenn ich wieder zu meinem jetzigen Namen zurückkehren möchte.
Vielleicht ist es einfach noch nicht die Zeit, einen neuen auszuprobieren. Ich meine, ich habe die Suche nach der Wohnung, ich arbeite viel, sehe Einhorn so wenig, befasse mich mit einem Buch über Polyamorie… ein neuer Name ist da gerade unpassend.
Alles zu seiner Zeit.

Am Samstag war CSD in Einhorns Stadt, ich habe sooo viele Menschen aus meinem Polykül kennengelernt!
Mein Enby-Sibling hat mir morgens die Haare gefärbt (endlich wieder lila – und pink!), ich habe Wolke gesehen, etliche Metamours kennengelernt (vor allem weit entfernte bis zu Meta^ („hoch“) 6) und ganz viel Freundlichkeit erfahren! Unter anderem habe ich einen Menschen kennengelernt, der einem meiner Ex sehr ähnlich sieht: dunkle Haare, Bart (zum Glück nicht dieselbe Art), Größe und Statur… Es war echt seltsam. Der Mensch hat mich sehr an ihn erinnert. Andererseits ist er auch anders gewesen. Zumindest wie ich es erlebt habe, war der Mensch netter. Gruselig, wie ähnlich sich die beiden sind.

Nach dem CSD war ich noch mit Wolke in their Haus. Ich muss sagen, es passt sehr zu them! Ich habe mir nie vorgestellt, wie they wohnt, aber alles in dem Haus hatte their Ausstrahlung. Tatsächlich in allem, sogar in den Büchern.
Von denen ich mir eins ausgeliehen habe. Es geht um Polyamorie, eine Art „Leitfaden“ für Beziehungen. Nicht nur polyame Beziehungen, monogame Menschen können daraus auch viel lernen!
Was ich mir von dem Buch erhoffe, ist, dass ich herausfinde, was meine Bedürfnisse in Beziehungen sind, wie ich besser welche aufbaue und ob ich wirklich polyam bin oder nicht. Einhorn hatte sich beim letzten Gedanken Sorgen gemacht, aber es betrifft ihn ja nicht direkt, es ist meine Entscheidung, wie ich mein Leben mit Beziehungen füllen möchte und ob ich mit ihm monogam bleibe oder nicht. Mit Wolke hat meine Entscheidung erst recht nichts zu tun, they ist ja schließlich Einhorns Partnermensch.
Ich möchte mehr mit mir ins Reine kommen, meine Bedürfnisse kennen, diese kommunizieren können und auch die verschiedenen Formen von Poly kennenlernen.

Ich hatte wahrscheinlich noch nie so viele Themen gleichzeitig gehabt… Und trotz, dass ich mehr schreiben sollte, sammelt es sich doch irgendwie an und dann muss ich viel schreiben. So wie jetzt.
Ich versuche, mehr Blogeinträge zu schreiben, ich werde aber vermutlich mit dem Buch beschäftigt sein. Hoffentlich bin ich damit durch, wenn ich Einhorn wieder sehe. Das ist erst Mitte/Ende September, ich habe also einige Zeit.