Auf Freude folgt Nachdenken und kommt Angst

So. Ich halte mich an meinen eigenen Rat und schreibe jetzt mehr. Der letzte Blogeintrag ist nicht mal eine Woche her, ich mache also Fortschritte! Fürs Erste, versteht sich…
Ich bin immer noch ein wenig kribbelig, weil ich gerade auf Instagram war und all die Fotos angeschaut habe, die meine Schwester gepostet hat, und da sind mega gute dabei und ich bin einfach nur stolz auf sie! ❤
Sie modelt und bei ihrer Agentur werden zwar viele Bilder gezeigt, aber auf Instagram eben noch mehr, vor allem welche, die nicht in ihrer Mappe sind.
Und: sie hat einen YouTube Kanal, auf dem (bis jetzt „nur“) ein Song zu hören ist, und es ist einfach unglaublich, wie toll sie ist!
Schwesterchen, solltest du irgendwann meinen Blog entdecken: Ich hab dich so doll lieb und bin sehr, sehr stolz auf dich! ❤

Jetzt aber zum Hauptgrund, weshalb ich eigentlich schreibe. Die Geschichte ist ein wenig länger.
Das war letzte Woche. Auf der Wache war ich (ein Enby) und drei männliche Kollegen. Kommen zwei Kolleginnen rein. Ich weiß nicht weshalb, aber eine hat rumgeschrien „Ach, da ist ja noch ein Mädchen!“ und soweit ich mich erinnern kann, wurde auch mein Deadname benutzt. Ich habe den Moment gehasst. Habe aber nichts gesagt, sondern mich nur in mein Buch vertieft.
Einige Tage später (gestern) wollte ich mit der Kollegin, die mich misgendert hat, reden. Ich wollte ihr schildern, was vorgefallen ist und wo ihre Fehler lagen. Dass sie es doch bitte vermeiden soll, mich Mädchen zu nennen.
Aber es kommt anders: Sie hatte eineinhalb Stunden Überstunden (wofür ich nichts kann) und ihr Kind plärre schon, da sie noch nicht daheim sei (wofür ich auf jeden Fall nichts konnte). Ich habe nochmal eindringlich gesagt, dass ich mit ihr reden möchte, aber sie müsse „Land gewinnen“ und jetzt verschwinden.
Der Moment hat mich so wütend, so enttäuscht und sauer gemacht, dass ich abgerauscht bin und erst mal Einhorn anrufen musste. Ich wurde während des Schilderns tatsächlich laut… ich habe wahrscheinlich auch vor Frust und Wut ein paar Tränen vergossen, es hat mich richtig fertig gemacht, so ein ignorantes Verhalten erlebt zu haben. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mich in Zukunft verhalten soll, was meine nächsten Schritte sein sollen und wie ich das Thema auf den Vorfall lenken soll.
Ich befürchte aber, dass sie sich stur stellen wird, ich habe das Gefühl, eins kann nicht mit ihr reden. Dafür habe ich viel zu vieles von ihr gehört, was mich sehr misstrauisch sein und ihr alles zumuten lässt.
Und gerade ist eine riesige Angst in mir, dass, wenn ich mich bei ihr oute, ihr erzähle, dass sie mich verletzt und misgendert, indem sie „Mädchen“ sagt, sie es absichtlich tun wird.
Und ich habe keine Ahnung, was ich dann wirklich tun soll, wenn es soweit ist.
Wenn so etwas tatsächlich passiert.
F*ck.

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